Wohin die Nadeln gesetzt werden: Die Punkte der Augenakupunktur nach Boel

Aktuelles & Einblicke · 4 Min. Lesezeit

Die Nadeln kommen nicht ins Auge. Was die Augenakupunktur nach Boel auszeichnet, ist der Ort, an dem sie arbeitet — und die Konsequenz, mit der sie das tut.

Mit der Augenakupunktur nach Boel begleite ich Menschen, die neben ihrer augenärztlichen Betreuung selbst aktiv werden möchten. Dieser Beitrag erklärt, an welchen Körperstellen gesetzt wird — und warum die Methode nach einem festen Protokoll arbeitet statt zu improvisieren.

Das Wichtigste zuerst: nicht ins Auge

Die häufigste Frage, die ich höre, ist: „Setzen Sie mir wirklich Nadeln ins Auge?“ Die Antwort ist ein klares Nein. Trotzdem hält sich das Bild — schon wegen des Namens. Das Auge selbst bleibt bei der gesamten Behandlung unberührt.

Gesetzt wird an mehreren Stellen des Körpers, die weit vom Auge entfernt liegen. Finger, Handflächen, Zehen — das Boel’sche Schema arbeitet über den ganzen Körper verteilt. Dazu kommt ein Bereich an der Stirn, deutlich oberhalb der Augenbrauen. Und je nach Befundlage weitere Punkte, die das Schema vorsieht.

Dass die Punkte so weit gestreut liegen, ist kein Zufall. Die Methode arbeitet — wie die Akupunktur insgesamt — mit Punkten am Körper, von denen aus sie ansetzt, nicht am Organ selbst.

Ein Blick auf konkrete Punkte

Die Augenakupunktur nach Boel folgt festgelegten Punktkombinationen. Zwei Beispiele, damit Sie eine Vorstellung bekommen, wo gesetzt wird:

Ein Punkt im Stirnbereich — in der TCM als Yu Yao geführt — liegt in der Augenbrauenregion. Ein Punkt am inneren Augenbrauenansatz wird in der TCM als BL2 bezeichnet. Ich nenne diese Punkte hier, damit die Methode greifbarer wird, nicht um ihnen eine bestimmte Wirkung zuzuschreiben.

Welche Punkte in Ihrer Situation gesetzt werden, ergibt sich aus dem Boel-Schema und Ihren augenärztlichen Befunden — nicht aus einer freien Auswahl im Moment.

Warum feste Punktfolgen statt Improvisation

Der vielleicht größte Unterschied zu einer allgemeinen Akupunktur: Bei der Methode nach Boel wird nicht spontan entschieden, wo die Nadeln hinkommen. Es gibt ein Protokoll — festgelegte Punktfolgen und einen genauen zeitlichen Ablauf. John Boel hat dieses Schema über Jahrzehnte entwickelt; ich halte mich daran.

Das bedeutet für Sie: Die Behandlung ist nachvollziehbar. Sie folgt jedes Mal demselben methodischen Rahmen — angepasst an Ihre Befunde, nicht an die Tagesform. Wer mit augenärztlichen Unterlagen zu mir kommt, bekommt auf dieser Grundlage eine Behandlung, die ich verantworten kann.

Was das Setzen für Sie bedeutet

In der Praxis liegen Sie entspannt, während ich die Nadeln nach dem Boel’schen Schema setze. Den einzelnen Einstich empfinden die meisten Menschen als kurzen Moment — nicht als anhaltenden Schmerz. Weil an mehreren Stellen gesetzt wird, dauert das Setzen ein paar Minuten; danach bleiben die Nadeln eine festgelegte Zeit liegen.

Viele Patientinnen und Patienten fragen mich nach der ersten Sitzung, warum so wenig an den Augen selbst passiert. Die Antwort ist dann immer dieselbe: weil das der Punkt ist. Die Methode setzt dort an, wo sie ansetzt — und das ist bewusst nicht das Auge.

Wie eine vollständige Behandlungsserie aufgebaut ist — Intensivphase, Abstände, Erhaltungsrhythmus — beschreibe ich auf der Übersichtsseite zur Augenakupunktur nach Boel. Der Weg dorthin beginnt mit einem Vorgespräch, in dem wir Ihre Befunde gemeinsam anschauen.

Häufige Fragen zu den Punkten der Augenakupunktur

Werden die Nadeln wirklich nicht ins Auge gesetzt?

Richtig — das Auge selbst bleibt bei der gesamten Behandlung unberührt. Gesetzt wird an Händen, Füßen, im Bereich der Stirn und an weiteren Körperpunkten. Die Sorge vor Nadeln am Auge ist verständlich — sie ist aber unbegründet.

Warum heißt die Methode dann „Augenakupunktur“?

Der Name beschreibt den Schwerpunkt der Methode — Menschen, die sich um ihre Augengesundheit sorgen und neben ihrer augenärztlichen Betreuung selbst aktiv werden möchten. Die Nadeln werden dabei nicht an den Augen gesetzt, sondern an den Punkten des Boel-Schemas über den ganzen Körper verteilt.

Tut das Setzen der Nadeln weh?

Die meisten meiner Patientinnen und Patienten empfinden das Setzen als kurzen Moment — nicht als anhaltenden Schmerz. Wie empfindlich Sie reagieren, ist individuell; wir gehen in einem Tempo, das für Sie passt.

Muss ich vorher beim Augenarzt gewesen sein?

Ja — und das ist keine Formalie. Die augenärztliche Diagnose und laufende Kontrolle sind die Grundlage, auf der ich arbeite. Bringen Sie vorhandene Befunde zum Vorgespräch mit. Akute oder ungeklärte Augenbeschwerden klären Sie bitte zuerst mit Ihrem Augenarzt ab.

Was bestimmt, welche Punkte bei mir gesetzt werden?

Das Boel-Schema legt die Punktkombinationen fest — es wird nicht situativ improvisiert. Was sich anpasst, ist die Auswahl innerhalb des Schemas: auf Grundlage Ihrer Befunde und dessen, was wir im Vorgespräch gemeinsam besprechen.

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