Aktuelles & Einblicke · 4 Min. Lesezeit
Ihr Körper weiß, wie er sich reguliert. Manchmal braucht er nur den richtigen Punkt, damit dieser Prozess wieder in Gang kommt.
Akupunktur kennen viele — aus der Physiotherapie, vom Orthopäden, aus der TCM-Praxis. Was ich praktiziere, klingt ähnlich, setzt aber an einem anderen Verständnis an: der Methode nach John Boel, die ich direkt bei ihm gelernt habe. Ob das dasselbe ist, was Sie schon kennen — nein, nicht ganz. Hier ist der Unterschied.
Was ist die moderne Akupunktur nach John Boel?
John Boel ist ein dänischer Akupunkteur und Therapeut, der seit den 1980er-Jahren eine eigene Methode entwickelt hat — heute bekannt als „moderne Akupunktur“. Der Ausgangspunkt war die klassische chinesische Nadeltechnik. Der Bruch liegt in der Begründung der Punkt-Auswahl: Boel hat das energetische Meridianmodell der TCM verlassen und die Punkte neu kartiert — auf Basis von Neuroanatomie und Reflexzonen. Die Nadeln landen oft an Händen und Füßen statt am Symptomort, und wirken über das Nervensystem, nicht über Meridianfluss.
Ich bin direkt bei John Boel ausgebildet, nicht über eine verkürzte Weiterbildung. Ich arbeite mit der Methode so, wie er sie lehrt.
Was unterscheidet moderne von klassischer Akupunktur?
Die Nadeln sind in beiden Fällen dieselben feinen Stahlnadeln. Was sich unterscheidet, ist die Logik dahinter.
Klassische TCM-Akupunktur arbeitet mit Meridianen, Qi-Fluss und Organ-Zuordnungen — ein System, das über Jahrhunderte dokumentiert wurde und eine eigene klinische Tradition trägt.
Die moderne Akupunktur nach Boel fragt stattdessen: Welche Nervenbahnen und Reflexzonen reagieren auf diese Stimulation? Die Punkt-Auswahl folgt einer anatomisch-neurophysiologischen Karte, nicht einer energetischen. Das bedeutet in der Praxis: wenige, gezielt gesetzte Nadeln. Eine Sitzung dauert kürzer als eine klassische TCM-Sitzung. Ich arbeite häufig an Bereichen, die weit vom Ort entfernt sind, an dem Sie etwas spüren.
Wann Menschen zu mir kommen
Die meisten tragen etwas schon eine Weile mit sich — eine Spannung, die nicht weicht, ein Körpergefühl, das nicht stimmt. Manche haben klassische Akupunktur ausprobiert und suchen eine andere Perspektive. Andere kommen zum ersten Mal.
- das Gefühl, dass etwas nicht stimmt — ohne dass eine Diagnose das vollständig erklärt
- Interesse an einer Methode, die Akupunktur neuroanatomisch begründet
- Erfahrung mit klassischer Akupunktur, keine deutliche Wirkung, Wunsch nach einem anderen Ansatz
- der Wunsch, dass der Körper wieder zu seinem eigenen Gleichgewicht findet
- der Entschluss für etwas Präzises: wenige Punkte, klare Methode, keine Energie-Metaphern
Wie läuft die erste Sitzung ab?
Am Anfang steht ein Gespräch: Was hat Sie hergebracht, was hat sich wann verändert, was haben Sie schon ausprobiert? Ich höre zu, frage nach und schaue mir an, womit ich arbeite. Bei akuten oder bisher ungeklärten Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung der erste Schritt — bringen Sie vorhandene Befunde und Arztberichte einfach mit.
Dann beginnt die Behandlung. Ich erkläre, welche Punkte ich wähle und warum — die Logik dahinter ist für die meisten Menschen nachvollziehbar, auch ohne Vorkenntnisse. Die Nadeln bleiben eine definierte Zeit gesetzt. Viele berichten während der Sitzung von einer tiefen Entspannung; manche bemerken nach der Sitzung ein Kribbeln oder Wärme an Stellen, die ich nicht berührt habe. Das sind Zeichen, dass das Nervensystem reagiert.
Eine Sitzung dauert rund 45–60 Minuten. Wie viele Termine passen, besprechen wir — das entscheiden wir gemeinsam, Schritt für Schritt.
Häufige Fragen zur modernen Akupunktur
Ist die Boel-Methode wissenschaftlich anerkannt?
Die neuroanatomische Begründung der Punkt-Wahl ist in der Akupunktur-Forschung ein eigenständiger Strang — unabhängig vom TCM-Modell. Als anerkanntes Verfahren im schulmedizinischen Sinne gilt sie nicht; für diese Einordnung empfehle ich das Gespräch mit Ihrem Arzt.
Ich habe schon klassische Akupunktur ausprobiert — macht es trotzdem Sinn?
Ja — und genau dafür ist diese Seite gedacht. Beide Methoden nutzen Nadeln, aber die Punkt-Auswahl folgt einer anderen Logik. Gute Erfahrungen mit klassischer Akupunktur sind kein Hindernis. Keine deutliche Wirkung ist ein Grund, es mit einem anderen Ansatz zu versuchen. Im Gespräch schauen wir gemeinsam, was für Sie passt.
Wie viele Sitzungen sind üblich?
Das hängt davon ab, womit Sie kommen und wie Ihr Körper reagiert. Manche kommen mit wenigen Terminen aus. Andere kommen regelmäßig als Begleitung. Das besprechen wir beim ersten Gespräch — kein Paket, keine Vorabfestlegung.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Bei privaten Versicherungen oder einer Heilpraktiker-Zusatzversicherung ist eine teilweise Erstattung möglich — das hängt von Ihrem Tarif ab. Die aktuellen Honorare finden Sie auf meiner Seite Honorar & Kosten.
Neben der modernen Akupunktur arbeite ich mit weiteren Methoden — Übersicht Schmerztherapie.